Hannover/Mainz – Man kann die Sache relativ einfach auf den Punkt bringen: Hannover 96 ist mit einer eingespielten, lauf- und kampfbereiten Mannschaft, die ein klares Bild von der eigenen Spielweise hat, auch in dieser Saison ein ausgesprochen unangenehmer Gegner.
Am Donnerstagabend, als das Team von Trainer Mirko Slomka mit dem 1:1 beim FC Sevilla den Einzug in die Gruppenphase der Europa League schaffte,

dpa, Mirko Slomka nach dem Abpfiff in Sevilla: Der Trainer von Hannover 96 hat den Sprung in die Gruppenphase der Europa League geschafft.
war bei dieser eindrucksvollen Vorstellung auf internationaler Ebene kaum ein Schwachpunkt auszumachen.
Das haben die Hannoveraner in diesem Jahr dem FSV Mainz 05 voraus: Die 96er haben nach Rang vier in der Bundesliga in diesem Transfersommer nicht einen einzigen Leistungsträger verloren. Und das merkt man. Die in der Vorsaison erarbeiteten defensiven und offensiven Automatismen sitzen. Diese Mannschaft spult ihr Programm auf der Basis gewachsener Strukturen mit hoher Leidenschaft einfach weiter ab. Immer weiter.
Zügig viele Leute hinterm Ball
In Sevilla hat Hannover 96 nahezu alles richtig gemacht. Der Mannschaftsverbund stand eng. Bis auf wenige kurze Phasen ließ sich der Block nie hinten festnageln. Meist hielten die Norddeutschen den hochrangigen Gegner vom eigenen Strafraum fern. In der defensiven Umschaltung bringen die Slomka-Schüler fast immer zügig acht, neun Mann hinter den Ball.
In der offensiven Umschaltung ist die Slomka-Elf in diesem Moment vielleicht eine der ausgereiftesten Mannschaften der Bundesliga. Diese Tempoangriffe mit wenigen Kontakten in die freien Räume hinein, das wirkt, als beherrschte das diese Mannschaft in jeder Situation. Das Fundament dafür: hohe individuelle Geschwindigkeit im Zentrum und auf beiden Außenbahnen.
Die Mittelfeldsechser Sergio Pinto und das große Talent Manuel Schmiedebach sind perfekte Umschaltspieler, leichtfüßig, handlungsschnell, aggressiv in beide Richtungen, sicher in ihrem Verhalten im Raum. Konstantin Rausch am linken Flügel ist eine Waffe: schnell, technisch gut, mutig. Und seine verschiedenen Flankenvarianten aus dem Halbfeld oder von der Grundlinie haben eine hohe Qualität. Da segeln Brandfackeln in den Fünfmeterraum. Lars Stindl am rechten Flügel ist nicht ganz so dynamisch wie Rausch, dafür technisch geschickter auf engem Raum.
Klassische Konterstürmer
Dazu kommen dann in der vordersten Linie die klassischen Konterstürmer Jan Schlaudraff und Mohammed Abdellaoue. Die beachtliche Fähigkeiten in sich vereinen: Geschwindigkeit auch mit Ball am Fuß, Tempodribbling, Tempohärte, Gewandtheit – und Abschlusssicherheit nach Sololäufen in höchstem Tempo (Schlaudraff) oder auch als Endabnehmer im Strafraum (Abdellaoue).
Quelle:rhein-zeitung.de
Related posts:
Hinterlasse eine Antwort
Du musst angemeldet sein, um einen Kommentar abzugeben.
